18.01.2012

Auf Grund von Schimmelbefall muß die VdHK Bibliothek bis auf weiteres für die Nutzung gesperrt werden.

Aus dem Gutachten von  Doris Sendker-Sahle von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster:
"Staub auf den Oberflächen des Archivgutes führt in Verbindung mit günstigen Wachstumsbedingungen, wie erhöhte Feuchtigkeit ab 65 % und schwankende Temperaturen zur Entwicklung und zum Wachstum von Mikroorganismen. Dabei sind bereits einige Stunden oder wenige Tage erhöhter Feuchtigkeit häufig ausreichend und selbst jahrzehntealter Staub beginnt zu blühen.
Im Bibliotheksraum der Dechenhöhle ist die Belastung so hoch, das der Bestand für die Benutzung gesperrt werden sollte, bis die Rahmenbedingungen, wie der Aufstellungsort der Bücher/des Archivgutes optimiert werden können. Nach Trocknung und Trockenreinigung des konterminierten Bestandes kann die Benutzung wieder zugelassen werden. ...Im Fall des Bestandes der Dechenhöhle gibt es zwei Möglichkeiten:
Sanierung des Bibliotheksraumes (Heizung, Dämmung usw.) oder Suche nach einem neuen Standort für die Bibliothek."

Inzwischen haben fleißige Helfer die betroffene Bände separiert und zur Trockung ausgelegt. Böden, Regale und die restlichen Bücher wurden abgesaugt. Der Eigentümer will in das Gebäude nicht investieren. Der VdHK sucht nun nach anderen Möglichkeiten. Ideen dazu sind willkommen.
Ein ausführlicher Bericht erscheint in den Mitteilungen 1/2012.

17.01.2012

Am 9. Januar verstarb unser geschätzer österreichischer Kollege und Höhlenfreund Dr. Karl Mais in Wien nach langer Krankheit.

Traueranzeige

Erinnerungen an Dr.Karl Mais, Wien
von Peter Schneider:
Daß er ein feiner Mensch war, weiß jeder der ihn gekannt hat. Er war ein hervorragender Koch und hat gerne gegessen, dabei meist in geselliger Runde. Der Umgang mit ihm war für mich immer lehrreich und eine Bereicherung. Er hat vor schwerer körperlicher Arbeit und dem Tragen auch schwerster Lasten nie zurückgeschreckt. Es gelang ihm immer die jüngeren Höhlenforscher z.B. bei Ausgrabungen zu motivieren, wenn es einmal Probleme gab wie Sauwetter oder Tage ohne Fundergebnisse. Bewundert habe ich ihn wenn er mit seinem PKW plus Anhänger beladen mit Grabungsmaterial Wege befuhr auf denen Fußgänger Probleme haben. Nochmals, er war ein wirklich feiner Mensch.

von Dieter Mucke:
Enger wurde unser Kontakt, als ich im Frühjahr 1989 mit meiner Frau zu einer Expedition „Tuja Mujun“ in die Berge des östlichen Tienschan aufbrach und wir dort auch Karl wieder trafen. Russische und kirgisische Höhlenforscher hatten – gemeinsam mit der UIS – ein Forschungscamp zum Thema Hydrothermalkarst veranstaltet. Unser bunter Haufen aus sieben Nationen wurde in Arbeitsgruppen aufgeteilt, die morgens in ihre Einsatzgebiete gefahren wurden und nach getaner Arbeit am Abend das Zeltlager wieder zu Fuß erreichten. Wir bildeten mit Karl eine Dreier-Gruppe: er maß mit großem Einsatz und mancherlei Geräten Menge und Qualität des Tropfwassers in den Höhlen, wo immer er es in der Wüstenregion überhaupt fand; wir maßen Streichen und Fallen von Schichten und Störungen.
Ein Erlebnis werden wir nie vergessen: aus der Tiefe einer uns zur Untersuchung zugeteilten Höhle glimmte uns ein Augenpaar entgegen, ohne dass unsere Lampen dazu reichten den Inhaber der Augen zu identifizieren. So flüsterten wir uns – am Mundloch verharrend – Möglichkeiten zu wie Bär und Wolf, die uns verunsicherten. Da kamen schon Gedanken auf, vorsichtshalber von der Untersuchung dieser Höhle abzulassen, aber auch Befürchtungen über den Spott unserer Höhlenforscherkollegen, wenn wir über die nicht erfüllte Aufgabe beim abendlichen Lagerfeuer berichten würden … Da flüsterte Karl: „Wir sind drei – der ist nur einer. Wir stürzen uns mit großem Geschrei jetzt in die Höhle und erschrecken ihn so, dass er das Weite sucht!“ Gesagt, getan und die Anspannung löste sich in einem Gelächter, als ein alter Schafbock uns entgegen ins Freie stürmte. Wenn Karl eine Aufgabe übernommen hatte, so führte er sie zielstrebig zu Ende – das bleibt für uns vorbildlich.

05.01.2012

Der 5.Wettbewerb findet 2012 unter Schirmherrschaft der Speläologischen Union der Balkanländer statt. Je 4 Bilder können zu den beiden Kategorien: Menschen untertage und Schönheit von Höhlen eingereicht werden. Im letzten Jahr haben 98 Photographen aus allen Teilen der Welt mitgemacht. Als Priese winken Ausrüstungsmaterialien. Die Siegerbilder werden in einem Kalender veröffentlicht.
Einsendeschluß ist bereits der 15.1.2012.
weitere Infos und bei speleo.prista@gmail.com

15.12.2011

Dreharbeiten für den Actionfilm «The Expendables 2» mit Sylvester
Stallone, Chuck Norris und Co haben zu einem Chaos in einer der größten Fledermauskolonien Europas geführt. Höhlenforscher und Fledermausschützer fanden nach Abschluß der Dreharbeiten abgemagerte und tote Tiere in der bulgarischen Höhle. Schuld war wohl der wochenlange Krach, denn auch dieser Aktionstreifen kommt nicht ohne ordentliche Explosionen aus. Der Lärm drang in tiefere Höhlenteile vor und hat die Fledermäuse aus dem Winterschlaf gerissen.

Die 2442 Meter lange Devetaki Höhle in Mittelbulgarien ist Lebensraum für 13 geschützte Fledermausarten und FFH Gebiet. Trotzdem erlaubten die zuständigen Behörden den Dreh ohne Auflagen bei dem offensichtlich auch schwere Maschinen zum Einsatz kamen. Ungenehmige Einbauten und eine  neue Brücke als Zufahrt sind die Hinterlassenschaften der Filmcrew.
Die EU-Kommission  und EUROBATS sind alarmiert, EUROBATS hat bereits eine Protestnote an das zuständige bulgarische Ministerium gesandt.

http://www.greenbalkans.org/show.php?language=en_EN&cat_id=35&id=1295

27.11.2011

Am 22.11.2011 ist der neue Bildband "Dechenhöhle - Das unterirdische Zauberreich" erschienen! Das Buch ist ab sofort an der Dechenhöhle und im örtlichen Buchhandel zum günstigen Preis von 19,90 € erhältlich.

200 Seiten — 174 Abbildungen
30 x 24 cm — Hardcover — 19,90 Euro

ein Projekt vom Förderverein Dechenhöhle und Höhlenkundemuseum e.V.

21.11.2011

Meta Menardi - die große Höhlenspinne wird Höhlentier des Jahres 2012 und Europäische Spinne des Jahres 2012. In Zusammenarbeit zwischen Arachnologischen Gesellschaft und VdHK gelang es erstmals ein Höhlentier auf europäischer Ebene zu etablieren. Poster und Flyer sind in Druck und werden an Schauhöhlen versendet. VdHK Mitglieder können zur Hauptversammlung oder auf Anfrage vorab Exemplare erhalten. Im Pressebereich der Homepage www.hoehlentier.de stehen sie auch als download zur Verfügung.

12.08.2011

Das Bundesnaturschutzgesetz regelt die Gesetzesmaterien von Naturschutz und Landschaftspflege und stellt den Zusammenhang zum europäischen Naturschutzprogramm „Natura 2000“ her. Neben den zuständigen Behörden werden auch alle Bürgerinnen und Bürger vom Gesetz aufgefordert, nach ihren Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege beizutragen und sich so zu verhalten, dass Natur und Landschaft nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden. Am 1. März 2010 trat das neue Bundesnaturschutzgesetz in Kraft. Auf einen neuen Absatz sei besonders hingewiesen:

§ 39, Absatz 6 „Es ist verboten, Höhlen, Stollen, Erdkeller oder ähnliche Räume, die als Winterquartier von Fledermäusen dienen, in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März aufzusuchen; dies gilt nicht zur Durchführung unaufschiebbarer und nur geringfügig störender Handlungen sowie für touristisch erschlossene oder stark genutzte Bereiche.“
Damit hat der Bund erstmals eine bundeseinheitliche Fledermausschutzzeit definiert, auf deren grundsätzliche Einhaltung sich der Verband schon seit langem in seiner Ethik freiwillig verpflichtet hat. Für die im Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher organisierten Höhlenforscher bietet sich damit auch die Möglichkeit, sich von den reinen „Höhlenbegehern“ abzugrenzen. Hierzu ist es erforderlich, die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, insbesondere Naturschutzbehörden, zu intensivieren. Ziel muss es sein, bei allen naturschutzfachlichen Entscheidungen bezüglich der Höhlen- und Karstgebiete eingebunden zu werden. Der vollständige Gesetzestext findet sich unter: www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/downloads/doc/44597.php

S. Zaenker, F. Knolle Mitteilungen des Verbandes der deutschen Höhlen- u. Karstforscher, Heft 2/2010, S. 60

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