ELENA TROFIMOVA & JEAN-NOËL SALOMON (Hrsg.)
Suppl. Issue 2, 2016, 353 S., 130 Abb., 12 Tab., 17 x 24 cm, 162,- €

Angesichts der weltweit immer stärkeren Gefährdung von Höhlen und Karstgebieten soll dieser Sonderband der Zeitschrift für Geomorphologie die Grundlagen für ein internationales Karst-Schutzprogramm schaffen, so die Herausgeberin ELENA TROFIMOVA, Vorsitzende der Karst-Kommission der Internationalen Geographischen Union, in ihrem Vorwort. Vor diesem Hintergrund sind alle Beiträge des Bandes in englischer Sprache verfasst.

Angestrebt wird eine weltweite Karstschutz-Konvention nach dem Vorbild der bekannten Ramsar-Konvention für den Schutz der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung. Sie wurde seinerzeit von der UNESCO angestoßen und ist nach der iranischen Stadt Ramsar benannt, wo die Verhandlungen stattfanden. Zahlreiche Ramsar-Gebiete sind auch Karstgebiete, darunter ausgesprochen bekannte Areale wie der Karst von Baradla (Ungarn), Domica (Slowakei) und das Gebiet der Höhlen von Škocjan (Slowenien).

Manche eher geologisch orientierten Höhlenforscher unterschätzen gelegentlich, welchen Beitrag die Geographen zum Karst- und Karstlandschaftsschutz leisten. Dabei hat die Geographie entscheidende Grundlagen zum Thema gelegt und auch die Zeitschrift für Geomorphologie hat sich schon oft der Problematik gewidmet, wobei die Rolle unseres Ehrenmitglieds Prof. KARL-HEINZ PFEFFER herausgehoben sei.

Der Band hat eine längere Vorgeschichte. Schon 1991 gab es erste Überlegungen für das nunmehr vorliegende Projekt. Nachdem in der Folge der Jahre zahlreiche Autoren ihre Beiträge nicht ablieferten, gab es 2012 einen erfolgreichen Neustart.

Alle Autoren des Bandes sind langjährig erfahrene Höhlenforscher – so ist es denn nur konsequent, dass KYUNG SIK WOO, der Präsident der UIS, eine unterstützende Erklärung für das Projekt geliefert hat, die dem Band als Nachwort angefügt ist.

Folgende Beiträge enthält der Sammelband: Towards an international protection system for karst environments background (TROFIMOVA, E.), Location, nature and extent of karst environments at a global scale (TROFIMOVA, E.; HADA, A.), Karst dynamic system and the carbon cycle (CAO, J.; HU, B.; GROVES, C.; HUANG, F.; YANG, H.; ZHANG, C.); Caves and mineral deposits (FORTI, P.; ONAC, B.P.); Karst environment (CULVER, D.C.); The karst environment as an archive for documenting the past: some examples from Italy (SALA, B.); Archaeology in karst areas (UOMINI, N.T.); Art in caves (BEDNARIK, R.G.); Modern resource use and its impact to karst water resources (TRAPPE, M.); Modern resource use and its impact in karst areas – agriculture, forestry and grazing (TANÁCS, E.); Modern resource use and its impact in karst areas – mining and quarrying (PARISE, M.); Tourism and show caves (CIGNA, A.A.); Vulnerability and auto-restoration capacities of karst geoecosystems (BÁRÁNY-KEVEI, I.); The system nature of karst landscape and principles of cave protection resulting from it (ANDREYCHOUK, V.); Development challenges in karst regions: sustainable land use planning in the karst of Slovenia (GABROVŠEK, F.; KNEZ, M.; KOGOVŠEK, J.; MIHEVC, A.; OTONICAR, J.M. B.; PERNE, M.; PETRIC, M.; PIPAN, T.; PRELOVŠEK, M.; SLABE, T.; ŠEBELA, S.; RAVBAR, N.; ZUPAN HAJNA, N.); Legal Status of caves and karst areas (MIDDLETON, G.J.); Necessary qualities in legislation to protect karst areas (MIDDLETON, G.J.).

Möge der Band baldmöglichst sein Ziel erreichen!

Das 11. European Cave Rescue Meeting findet vom 5. - 8. Oktober 2017 in Sofia, Bulgarien statt

Veranstalter ist die Cave Rescue Bulgaria im Auftrag der European Cave Rescue Association.

Flyer

Artenvielfalt im Dunkeln – Höhlenforscher untersuchen unbekannte Lebensräume in der der Zeitschrift der Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL)

Authoren: Stefan Zaenker, Bärbel Vogel, Bernd Nerreter und Martin Harder

Der Artikel ist in dem Heft 39/1 der Zeitschrift „ANLiegen“ Natur erschienen.

Artikel

Der 4. Internationale UNESCO geförderte Kurs "Characterization and Engineering of Karst Aquifers"  für das Jahr 2017 wird gemeinsam vom Zentrum für Karst Hydrogeologie (CKH) und der Universität Nord-Arizona organisiert. Er findet zwischen dem 1. und 8. Juni 2017 in Trebinje, Bosnien und Herzegowina statt. Informationen zu früheren Kursen und Film aus der letzten Veranstaltung sowie Bewerbungsformular, Teilnehmerliste und Programm für 2017 sind auf der Website der CKH zu finden:

www.karst.edu.rs

Der VdHK gratuliert den Freunden der Aachhöhle e.V. zum sensationellen Fund der ersten Höhlenfischart in Europa.

Pressemitteilung der Freunde der Aachöhle vom 3.April 2017
Video

Pressemitteilung des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V.



Deutscher Erstfund einer Schneemücke in den Alpen


Im Zuge des Projektes „Leben im Dunkel – Biodiversität unterirdischer Lebensräume“ des Verbands der deutschen Höhlen- und Karstforscher, wurde in den letzten beiden Jahren die Fauna bayerischer Alpenhöhlen untersucht. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des „Ökoplan Alpen 2020“ vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.


Nun wurden in der, von der Zoologischen Staatssammlung in München herausgegebenen, Fachzeitschrift „Spixiana“ erste Ergebnisse veröffentlicht. Im Projekt wurden 4 der 5 aus Deutschland bekannten Schneemückenarten erfasst: die Österreichische Schneemücke (Chionea austriaca) wurde erstmals in Deutschland und die Spinnenförmige Schneemücke (Chionea araneoides) erstmals in den Deutschen Alpen gefunden. Zwei weitere Arten, die Alpenschneemücke (Chionea alpina) und die Gelbliche Schneemücke (Chionea lutescens) wurden erstmals seit den 1970er Jahren in den Alpen wiedergefunden. Die Österreichische Schneemücke ist in Deutschland möglicherweise auf den Nationalpark Berchtesgaden beschränkt.


Schneemücken, die zur Familie der Stelzmücken gehören, sind flügellose winteraktive Insekten, die sich pflanzlich ernähren und knapp einen Zentimeter groß werden Sie sind in Deutschland weit verbreitet, werden aber selten gefunden. Nicht einmal Zoologen suchen im Winter oft nach Kleintieren!


Was bedeuten nun diese Funde? Geht es der Natur besser als gedacht? Theo Blick, Mitautor des Fachartikels und einer der Leiter des Büros „Callistus – Gemeinschaft für Zoologische & Ökologische Untersuchungen“, meint hierzu: „Über den Zustand der Natur sagen die Nachweise leider nichts aus. Sie zeigen uns vor allem, dass es nicht nur in den Tropen sondern auch bei uns noch reichlich unerforschte Natur gibt. Und das nicht nur im Winter und in Höhlen – auch wenn diese Funde genau in diese Forschungslücken passen.“


Artikel in der Zeitschrift Spixiana: http://www.pfeil-verlag.de/04biol/pdf/spix39_2_16.pdf


Pressefotos und Abbildungen zur Veröffentlichung: http://www.hoehlentier.de/Chionea_Presse.zip


Ansprechpartner:

Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V.

Referat für Biospeläologie

Stefan Zaenker, Königswarter Str. 2a, 36039 Fulda

info[at]hoehlentier.de