Workshop: Notfall (gesponsort von VdHK und Petzl Deutschland)

Teil1: Workshop HöNoPs - Höhle > Notfall > Psyche Psychosoziale Aspekte bei Unglücksfällen und wie ich mich darauf vorbereiten kann
Referent: Dieter Lenzenhuber 19:00 - 20:45

Die Erkundung und Erforschung von Höhlen erfordert naturgemäß besondere Voraussetzungen an den Menschen. Eine besondere körperliche Fitness und auch die mentale Vorbereitung beim klettern und steigen in beengten Räumen sind, neben der Auswahl einer zweckmäßigen Ausrüstung, unabdingbare Vorausetzung. Kommt es dann zu einem Zwischenfall, bewährt sich ein weitergehend besonnenes und auf den Zwischenfall abgestimmtes Verhalten.

Die soziale Interaktion in der Betroffenengruppe selbst, wird zu einem Kernpunkt der Hilfekonzepte und individuellen Rettungsstrategie. Umso größer die Not, umso stärker gewinnt die Psyche an Bedeutung. Ist die Gruppe dann wieder am Tageslicht, beginnt so langsam auch die persönliche Einordnung und Verarbeitung des Erlebten.

Wird ein Mensch bei so einem Zwischenfall verletzt oder kommt zu Tode, steigt der Druck auf die Betroffenen ins unermeßliche. Grundsätzlich macht es deshalb großen Sinn, gerade auch für Dachorganisationen und für jeden einzelnen Höhlenforscher, sich mit dem Fall der Fälle auseinanderzusetzen. Nicht selten kommt es nach einem gerade noch einmal gut verlaufenen Notfall zu einem emotionalen Zusammenbruch zuhause und einer depressiven Episode. Denn eine ehrliche, authentische Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Seins ist gar nicht so leicht wie man meint.

Im Vortrag wird, neben ein paar wissenwerten Grundlagen, der Schwerpunkt auf die Erste-Hilfe für die Psyche gelegt. Eine Übersicht zu den bestehenden professionellen Unterstützungseinrichtungen "Krisenintervention nach Akutereignissen", der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und eine abschließende Empfehlung zu möglichen vorsorgenden Maßnahmen runden den etwa einstündigen Vortrag ab.

Danach besteht noch Raum und Zeit auf individuelle Fragen einzugehen.

 

Teil 2 - Vortrag: Hängetrauma;  Historisches, Mythen, altbewährtes… Strategie zum Hängetrauma
Referentin: Jutta Grabe 21:00 - 22:00

Jutta Grabe ist ausgebildete Höhenretterin, Instruktorin für Crew Resource Management, FISAT Level 1 und Oberärztin im Klinikum Herford sowie leitende Notärztin im Kreis Gütersloh. Sie beleuchtet neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und neue (oder alte?) Empfehlungen der Ersten Hilfe beim Hängetrauma. Sie steht auch am Freitag vormittag für Rückfragen und praktische Übungen zur Verfügung.

 
Donnerstag, 15.8.19  ab 19:00 Uhr - ca. 22:00

Workshop: „CaveLife App zur Erfassung (bio)speläologischer Daten“

Das „Biospeläologische Kataster“ ist ein gemeinschaftliches Projekt des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. (VdHK) und des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V. Ziel ist es, alle in Deutschland erfassten zoologischen Daten aus Höhlen, künstlichen Hohlräumen (z.B. Bergwerksstollen, Felsenkeller) und grundwasserabhängigen Ökosystemen (z.B. Quellen) unter Federführung des Referates für Biospeläologie im VdHK in einer Datenbank zusammenzuführen. Daneben sollen auch die für die Grunddatenerfassung und das Monitoring aufgrund der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) wichtigen Parameter bezüglich des Lebensraumtyps 8310 (nicht touristisch erschlossene Höhlen) erfasst werden.

Um die Grundlage für eine einheitliche Erfassung der deutschen Höhlen- und Grundwasserfauna, sowie die Bewertung des Zustandes einer Höhle zu schaffen, wurde die „CaveLife App zur Erfassung (bio)speläologischer Daten“ entwickelt. Mit der App können vor Ort alle benötigten Grunddaten zu den untersuchten Objekten und die durch Sichtbeobachtung bestimmbaren Tiergruppen (Taxa) aufgenommen werden. Bei Naturhöhlen kann zusätzlich eine FFH-Bewertung der Habitatstrukturen und Beeinträchtigungen des Lebensraums erfolgen.

Der Workshop dient zur Vorstellung der App und der Nutzungsbedingungen. Fragen, wie z.B. „Was passiert mit meinen Daten?“, „Wer hat Zugriff auf die Daten?“, „Wie verwende ich die App im Gelände?“, „Kann ich Daten auch zuhause eingeben?“, sollen im Rahmen des Workshops geklärt werden. Auch Anregungen zur Verbesserung und Nutzerfreundlichkeit sollen an Praxisbeispielen diskutiert werden.

Wer ein Smartphone besitzt, kann dieses gerne mitbringen. Beim Workshop besteht natürlich auch die Möglichkeit die App individuell einzurichten.

Referent: Christian & Stefan Zaenker
Freitag, 16.08.2019 10:00 - ca. 13:00

Workshop: Single Rope Technic Basic und Kameradenrettung AUSGEBUCHT

In vielen Fällen ist der Zugang zu einer Höhle zumindest teilweise nur mit Seiltechnik möglich. Die Umfrage des Ausbildungsreferates im Jahr 2018 hat ergeben, dass in dieser technischen Disziplin der Höhlenforschung das Ausbildungsangebot zwar vergleichsweise hoch ist, dem Bedarf und der Nachfrage aber nicht nachkommt.

Aus diesem Grund wird es auch 2019 einen Workshop zur Single Rope Technic (SRT) geben. Dieser Workshop richtet sich in erster Linie nicht an all die vielen in SRT gut ausgebildeten Forscher, sondern an Anfänger, Neulinge und Menschen, deren Berührungspunkte mit der Technik eher selten sind und „ein notwendiges Übel“ auf dem Weg zum Forschungsort darstellen. Der Workshop soll helfen, ein Grundverständnis für die Seiltechnik zu entwickeln sowie über Gefahren, Grenzen und Notwendigkeiten informieren.

Gespräche, Diskussionen, Vorführungen und praktische Übungen behandeln die Themen Gerätevielfalt, Seilhandling, Seileinbau, Behelfsmethoden, Anschlagpunkte und Knoten.

Wählt man den Zugang mit dem Seil, so begibt man sich schon draußen im Freien in eine Situation, in der man im Notfall nur erschwert erreichbar ist – ein Risiko für jeden Anwender. In einer Höhle steigt dieses Risiko drastisch. Wichtig ist es also, zu wissen, welche Möglichkeiten die SRT im Notfall für die Kameradenrettung bietet.

Vom Befreien einer hängenden, hilflosen Person aus einer Seilstrecke über die Folgen des regungslosen Hängens im Gurt, dem Passieren einer Umsteigestelle mit doppelter Personenlast, den begrenzten Möglichkeiten einer Kameradenrettung nach oben, bis zu den Grundlagen des Flaschenzugbaues soll gezeigt werden, wie umfangreich und übungsintensiv diese Technik ist.

Referenten: Pam Thelen, Chris Kohl

Freitag, 16.08.19 10:00 - ca.16:00 Uhr in der Alpspitzhalle Nesselwang

Voraussetzungen: Erstkontakt mit SRT + eigene Ausrüstung - bitte gesäubert mitbringen!
Teilnehmer: max 8