Ziel aller Höhlenforschergruppen ist das Auffinden von Höhlen, deren Schutz, die Vermessung und Planerstellung. Dies ist Grundlage für jede weitere Forschungsarbeit. Höhlen stellen wertvolle Archive dar, aus denen vielfältige Erkenntnisse gewonnen werden können. Dazu arbeiten Höhlenforscher mit universitärer Forschung zusammen.
Seit 1931 werden in der Hermannshöhle in Rübeland (Stadt Oberharz am Brocken, Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt) Grottenolme zu Schauzwecken gehalten. 1956 wurden weitere Grottenolme aus dem Schauteil der Adelsberger Grotte (Postojna) in die Hermannshöhle überführt. Trotz mehrfacher Versuche, die Tiere zur Fortpflanzung zu bringen, wurde dies 2016 erstmals beobachtet. Es handelt sich heute um das nördlichste Vorkommen dieser Art weltweit.
Infos zu Grottenolmen zusammengestellt von Uwe Fricke
Abschlussbericht zum Forschungsprojekt: Die Grottenolme der Hermannshöhle – faszinierende Bewohner der Dunkelheit ans Licht bringen

Der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen erforscht seit vielen Jahren die Quellbiotope im Biosphärenreservat Rhön. Standorte werden kartiert, Lebensräume und das zoologische Arteninventar untersucht, sowie Schutzmaßnahmen vorgeschlagen.
Bei der Erfassung gilt die Rhön als eine der führenden Regionen Europas: Bis heute wurden 3841 Quellen erfasst – 2547 in Hessen, 718 in Thüringen und 576 in Bayern. 2021 sind über über 150 neue Standorte hinzugekommen.
Quelltiere sind meist klein und unscheinbar und oft nicht mit dem menschlichen Auge erfassbar. Die Bestimmung der Funde erfolgt mit Hilfe von ca. 90 Experten aus aller Welt.
Die Organismen sind je nach den örtlichen Bedingungen an die Strömung des abfließenden Wassers angepasst. Entscheidend für die Besiedelung ist auch die Vegetation im Quellumfeld, da viele Lebewesen auf bestimmtes eingetragenes Material wie Falllaub oder Totholz, an denen sich Biofilme (Bakterien und Pilze) als Weidegrundlage ansiedeln, angewiesen sind.
weitere Infos:
https://rhoen.quellen-grundwasser.de/
Mittwoch, 15.06.2022
in Truckenthal, Landkreis Sonneberg, Südthüringen
Stalagmiten gehören inzwischen zu den bedeutendsten Klimaarchiven auf dem Festland (ähnlich wie See- und Meeressedimente oder Eisbohrkerne). Solange Höhlensedimente und Karbonatbildungen ungestört bleiben, können hydrologische, klimatische und Umweltbedingungen detailliert rekonstruiert werden. In der Bleßberghöhle arbeiten dazu Gruppen verschiedener Fachdisziplinen von 10 Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen.