Schutzgebiete und Geoparks

Höhlenforschung in Schutzgebieten und Geoparks

Seit 1.4.2018 sind Höhlen sowie naturnahe Stollen im Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Biotope. Darüber hinaus gibt es weitere Schutzkategorien wie: Naturschutzgebiete, Natura 2000 Gebiete, Naturparks, Nationale Naturdenkmonumente, Biosphärenreservate, Nationalparks und geschützte Landschaftsbestandteile.
Hier soll die Arbeit der verschiedenen Höhlenvereine und -gruppen in Schutzgebieten und Geoparks vorgestellt werden.

Meldung von Projekten

Gipskarst in Harz bedroht

BITTE AKTIV WERDEN UND APPELL UNTERSTÜTZEN!

Die Harzer Höhlenforscher und der Südharzer Gipskarst brauchen Hilfe! Werdet jetzt coronakonform aktiv und unterzeichnet den unten verlinkten Appell an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil oder schreibt ihn persönlich an. Ebenso sind wir dankbar, wenn ihr diese Online-Aktion verbreitet und zum Mitmachen einladet!

Wir Harzer Höhlenforscher haben den BUND, in dem die Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V. Mitglied ist, um Hilfe gebeten. Daraus entstand diese Aktion:

https://www.bund-niedersachsen.de/mitmachen/harzer-gipskarst-retten/

Am Rande des Harzes liegt das bedeutendste Gipskarstgebiet Europas. Die Gipskarstlandschaft Südharz erstreckt sich über Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Aufgrund der Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen ist sie ein wichtiges Refugium vieler bedrohter Pflanzen- und Tierarten. Orchideenreiche Wälder und feuchte Schluchten wechseln sich mit Kleingewässern und Mooren, seltenen Felsfluren, Trockenrasen, Streuobstwiesen und Höhlenbiotopen ab. Ein Kleinod des Naturschutzes – vor Zehntausenden von Jahren entstanden und einzigartig.

Doch diese Naturlandschaft ist durch den Abbau von Naturgips bedroht!

Schon heute sind viele ihrer Lebensräume unwiederbringlich zerstört. Mit rund 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr wird mittlerweile die Hälfte des Naturgipsaufkommens Deutschlands im Südharz gewonnen. Jetzt beabsichtigt Niedersachsen, weitere Gebiete für den Gipsabbau auszuweisen. So sieht es das Landesraumordnungsprogramm vor, das gerade überarbeitet wird. Die Abbauflächen sollen bis an die Grenzen von besonders geschützten Gebieten wie beispielsweise das Naturschutzgebiet „Gipskarstlandschaft bei Ührde“ erweitert werden. Damit kündigt die Landesregierung den „Gipsfrieden“ auf. Dieser war bereits ein schmerzlicher Kompromiss, dem der BUND seinerzeit nur zugestimmt hat, wenn damit zukünftig keine weiteren Gebiete der Gipsindustrie zum Opfer fallen. Doch genau das soll nun geschehen!

Den Raubbau jetzt stoppen!

Wir wollen diese Zerstörung stoppen, damit eine außerordentliche Naturlandschaft nicht für immer verschwindet. Vor allem, weil es bereits zahlreiche Alternativen für den Einsatz von Naturgips gibt. Ein weiterer Abbau von Naturgips ist schlicht unnötig!

Wir fordern mit unserem Appell die Landesregierung auf, ihre aktuellen Pläne zum Gipsabbau in Niedersachsen zurückzuziehen und endlich Verantwortung für den Schutz der Gipskarstlandschaft im Südharz zu übernehmen.

Das Land Niedersachsen muss jetzt handeln: 

- Die aktuellen Planungen im Landesraumordnungsprogramm zur Erweiterung der Vorranggebiete für den Gipsabbau müssen sofort gestoppt werden. 

- Das Land muss von der Gipsindustrie Alternativen zum Naturgipsabbau fordern, diese fördern und auch in Niedersachsen endlich Strukturen zum Gipsrecycling und -ersatz aufbauen. Nur so kann in der Rohstoffindustrie ein Strukturwandel eingeleitet werden.

- · Niedersachsen muss sich für die Einrichtung eines länderübergreifenden Biosphärenreservats im Südharz einsetzen, um dieses einzigartige Naturerbe zu sichern und das Potenzial für eine touristische und naturverträgliche Entwicklung zu bewahren.


Helft jetzt, die noch verbliebenen Teile dieser einzigartigen Naturlandschaft vor dem Raubbau zu retten! Sendet eine E-Mail an Ministerpräsident Stephan Weil und verbreitet diese Möglichkeit!

https://www.bund-niedersachsen.de/mitmachen/harzer-gipskarst-retten/

Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V., für den Vorstand: Siegfried Wielert und Dr. Friedhart Knolle

Projekt Leben im Dunkel - Höhlentiere in den Bayerischen Alpen

Gefördert vom Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz wurden von 2015 bis 2016 8 Höhlen im bayerischen Alpenraum zoologisch untersucht. Die Objekte wurden mehrfach befahren um ein Ganzjahrespektrum zu erhalten. 6 Höhlen liegen in FFH Gebieten, 3 in Naturschutzgebieten, 2 hatten keinen Schutzstatus, eine davon ist eine Schauhöhle.
Es handelt sich um das Gamsbockloch im Oberallgäu, das Angerlloch bei Garmisch-Partenkirchen, die Wendelsteinhöhle, die Große und die Kleine Spielberghöhle bei Rosenheim, das Schwarzbachloch sowie Schuster- und Schneiderloch im Berchtesgadener Land. Insgesamt konnten 231 verschiedene Tierarten gefunden werden. Darunter seltene Arten und Erstnachweise.
Der Abschlussbericht wurde von der Bayerischen Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz Ulrike Scharf am Wendelstein vorgestellt und kann hier angefragt werden.
Flyer
 

Eiskapelle - Firneisgletscher im Nationalpark Berchtesgaden

Am Fusse der Watzmann-Ostwand im Nationalpark Berchtesgaden liegt Bayerns 100. schönstes Geotop - die Eiskapelle. Der Lawinenschnee der Ostwand speist dieses tiefstgelegene dauerhafte Firneisvorkommen im bayerischen Alpenraum. Schmelzwasser dringt in den Eiskörper ein und bildet ein aktives Höhlensystem. Je nach Niederschlag und Jahreszeit ändert sich die Gestalt der Eisflächen ständig. Seit 1994 wird das Höhlensystem  jedes Jahr im Spätherbst von Höhlenforschern vermessen.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandte Karst- und Höhlenkunde, der Technischen Universität München und der Hochschule München wurden bislang 5 weitere Messkampagnen für eine dreidimensionale Erfassung des Eiskörpers durchgeführt.

Ansprechpartner

Magazin des Nationalparks Berchtesgaden 1/2018
(Artikel Eiskapelle auf Seite 28 und 29)